Psychosoziale Versorgung nach der Tsunami-Katastrophe in Phuket/Thailand vom 28.12.2004 - 05.01.2005

Kurzer Bericht von Mag. Christian Schönherr über den Einsatz in Phuket.

Bereits kurz nach dem Bekannt werden der Tsunami-Katastrophe am Sonntag, den 26. Dezember 2004 erhielt ich einen Anruf vom Generalsekretariat des ÖRK mit der Frage, ob ich bereit wäre eine psychosoziale Versorgung im Krisengebiet durchzuführen. Somit stand ich ab diesem Zeitpunkt auf Bereitschaft für einen Kriseninterventionseinsatz für (vorerst) Sri Lanka.

Wie auch noch nach Wochen, erhöhte sich die Opferzahl stündlich - auch das Ausmaß der Katastrophe wurde langsam bewusst. Am Dienstagabend folgte dann um ca. 17:00 Uhr der Anruf aus Wien, dass ich mit einem Team von acht Rot Kreuz MitarbeiterInnen noch am selben Abend (23:10 Uhr) nach Phuket/Thailand fliegen werde. Unser Auftrag war unter anderem das Finden und die psychosoziale Betreuung von ÖsterreicherInnen sowie Unterstützung bei der koordinierten Rückführung nach Österreich.

Drei Hauptbereiche wurden von uns Kriseninterventionsmitarbeitern in diesen sieben Tagen getätigt:

  • Die ersten Tage wurden von uns die Spitäler auf Phuket systematisch nach verletzten und vermissten Österreichern durchsucht. Die gefundenen Personen wurden von uns zum einen medizinisch und psychologisch betreut und zum anderen organisierten wir die Transporte Richtung Heimat.
  • Wir begleiteten und betreuten Österreicher bei ihrer Suche nach vermissten Angehörigen oder Bekannten im Bereich Khao Lak. Dieser Landesteil ist ein ca. 50 km langer Küstenstreifen, welcher vor allem touristisch stark genutzt wird und stark verwüstet wurde. Hier werden vor allem Touristen vermisst.
  • Ankommende (und noch anwesende) Österreicher wurden sowohl im Konsulat als auch am Flughafen von uns empfangen und betreut.

Bei dieser Katastrophe wurde sehr schnell die Notwendigkeit einer psychosozialen Betreuung erkannt und so wurden erstmals vom Österreichischen Roten Kreuz Kriseninterventionsmitarbeiter für die Betreuung von Österreichern bereits im Ausland entsandt.

Als schwierig stellten sich vor allem die Sprache und die Schrift heraus. So wurden beispielsweise Österreicher sehr häufig als Australier oder als Deutsche aufgenommen.

Sehr beeindruckend bei diesem Auslandseinsatz war vor allem die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der thailändischen Bevölkerung sowie die hervorragende Organisation nach diesem Unglück!

Bilder des Einsatzes in Phuket

Durchsuchen der Spitäler in Phuket
Durchsuchen der Spitäler in Phuket
Listen von Vermissten
Listen von Vermissten
Besuch der Tempelanlagen
Besuch der Tempelanlagen
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Einsatzzentrale im Konsulat auf Phuket
Einsatzzentrale im Konsulat auf Phuket
Empfang österreichischer Staatsbürger
Empfang österreichischer Staatsbürger
Besprechung im Konsulat
Besprechung im Konsulat
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
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