Psychosoziale Versorgung nach der Tsunami-Katastrophe in Phuket/Thailand vom 03.-13.01.2005

Kurzer Bericht von Mag. Manuela Werth über Ihren Einsatz in Phuket.

 

Am 04.01.05 trafen im Zentrallager des ÖRK (Einkauf und Service) das Bangkok-Team bestehend aus Bruno Hölzl / Einsatzleiter LV OÖ, Dr. Werner Nagele / Arzt LV Kärnten und Mag. Petra Rainer / Krisenintervention LV Kärnten und das Phuket-Team bestehend aus Herbert Thaler / Einsatzleiter LV Tirol, Dr. Christian Hilkenmeier / Arzt LV Tirol und meiner Person Mag. Manuela Werth / Krisenintervention LV Tirol zum Einsatzbriefing durch Andrea Wiesinger zusammen.

Ich war äußerst gespannt, was mich in Phuket tatsächlich erwarten würde. Ich verfolgte vom ersten Tag der Katastrophe an Medienberichte und betreute kurz nach dem Unglück in Innsbruck ein aus dem Katastrophengebiet zurückgekommenes überlebendes Ehepaar. All diese Eindrücke, das Einsatzbriefing, die Telefonate mit Mag. Christian Schönherr, der im ersten entsandten Team in Phuket war usw. gaben mir das Gefühl gut vorbereitet gewesen zu sein. Als ich dann im Katastrophengebiet stand, kapierte ich erst das tatsächliche Ausmaß und die Folgen dieser Katastrophe. Meine Aufgaben als Kriseninterventionspsychologin bestanden zum einen darin, gemeinsam mit meinen Teammitgliedern einzelne Krankenhäuser in Phuket und Umgebung nach ÖsterreicherInnen abzuklappern und in den Krankenhäusern den Medikamentenstatus zu erheben. Andererseits gehörte es zu unseren Aufgaben Kontakt zu angereisten Österreichischen Angehörigen von Vermissten aufzunehmen und diese psychosozial zu betreuen, da es als äußerst kritisch zu beurteilen galt, Angehörige ohne jede Unterstützung und Vorbereitung sozusagen auf eigene Faust das Katastrophengebiet auf deren Suche nach Vermissten aufzusuchen zu lassen. Unserer Erfahrung nach zeigte sich, dass es für individuell angereiste Angehörige sehr von Bedeutung war das Katastrophengebiet mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Es machte keinen Sinn sie von diesem Vorhaben abzuhalten, sondern ihnen bei gefallener Entscheidung maximalste Unterstützungen von psychosozialer und behördlicher Seite zu geben. Die Erstellung eines Konzeptes über die Einschätzung der psychosozialen Situation und etwaiger weiterführender psychosozialer Maßnahmen vor Ort und in Österreich gehörte auch zu unseren Aufgaben.

Als besonders spannend empfand ich die absolut perfekt funktionierende Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften des österreichischen Bundesheers, Mitarbeitern des Innen- und des Außenministeriums (Konsulatsmitarbeiter, DVI-Teams) und unserem Botschafter Dr. Traxel. Berührend empfand ich die scheinbar grenzenlose Hilfsbereitschaft der Thais und deren hoch professioneller Umgang mit der Situation vor Ort.

Bilder des Einsatzes in Phuket

Angespültes Boot ca. 1,3km Landeinwärts
Angespültes Boot ca. 1,3km Landeinwärts
Arbeitselefanten
Arbeitselefanten
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Zerstörung in Khao Lak
Mag. Werth und Dr. Hilkenmeier
Mag. Werth und Dr. Hilkenmeier
Dr. Hilkenmeier
Dr. Hilkenmeier
Besprechung
Besprechung
Besprechung
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